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RK
11:39

Nun hat aber die Geschichte - ähnlich wie Konjunkturzyklen - nicht die Angewohnheit, linear zu verlaufen oder gar: zu enden. Wenn man dem einflussreichen konservativen Stanford-Soziologen Larry Diamond glauben will, dann befinden wir uns mitten in einer "Demokratie-Rezession". Seit etwa zehn Jahren zeichnet sich, so Diamond, eine globale Trendwende in Sachen Demokratie ab. Die von Diamond ausgewerteten Daten zu Bürgerrechten, Wahlprozessen, zivilgesellschaftlichem Engagement und Korruption zeigen weltweit autoritäre Tendenzen. Ob in der Türkei, in Mexiko, in Thailand, in der Ukraine, auf den Philippinen, in Polen, Ungarn und auch in den USA: Die Demokratie ist auf dem Rückzug.

Die These der globalen Demokratie-Rezession ist vor allem ein gutes Gegengewicht zur hysterischen Gefühligkeit der Populismus-Debatte. Wenn wir wirklich eine weltweite Demokratie-Rezession erleben, kann man sich küchenpsychologische Exkurse über den "Narzissmus" Trumps genau so sparen wie sozialkitschige Fotosafaris zu den Trump-Fans in den Appalachen. Dasselbe gilt für ähnlich durchsichtig pathologisierte Charakterzüge Erdogans, Kaczynskis, Orbáns und Putins sowie die demografische Struktur der sie unterstützenden Landstriche. Ein globales Problem kann nicht lokal erklärt werden. Vielmehr geht man dem Personenkult der Populisten auf den Leim, gesteht man ihnen jene Art Einzigartigkeit zu, die sich nur individualpsychologisch oder aus der Mentalität einer Nation verstehen lässt.

Niedergang von Demokratien: Warum Populismus nicht die Ursache ist - SPIEGEL ONLINE
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